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Beltershain beim Prinzenmatinee in Marburg

Marcel Schlosser 07.01.2018

Närrische Familie feiert mit lautem Helau

Auftakt des Karnevalsjahrs in Marburg: Bei der Prinzenmatinee des Festausschusses Marburger Karneval kamen 18 befreundete Prinzenpaare ins Bürgerhaus Marbach.

Bunt und ausgelassen ging es zu am vergangenen Sonntag bei der Marburger Prinzenmatinee, zu der so viele Prinzenpaare wie nie zuvor die glitzernde Bühne der Narren in Beschlag nahmen. Mit Tanz, Musik und Narreteien und jeder Menge Helau-Rufen läuteten die Narren gestern die Karnevalssaison ein.

Für einen Tag war Marburg wieder einmal der närrische Publikumsmagnet des hessischen Karnevals­adels. Jede ­Menge Prunk und Tradition durften bei einer ­ausgiebigen ­Faschings-Gala nicht fehlen. Von Fanfarenzug und ­Trommelschlägen begleitet, zog der königliche Aufmarsch, angeführt vom Marburger Prinzenpaar, pünktlich um 11.11 Uhr mit lautem Helau in den Festsaal im Bürgerhaus Marbach ein.

Prinz Markus III. und Prinzessin Moni I. zum Zweiten, auch bekannt als „Herr über ­Wärme und Kälte“ und ­„fürsorgende Lieblichkeit“ – wie Hofmarschall Norbert standesgemäß ankündigte – hatten alle Hände voll zu tun, die traditionellen Kampagnen-Orden unter der Gästeschar zu verteilen. Die Ordenzahl war diesmal besonders ­hoch: Insgesamt 18 Prinzenpaare, darunter zwei Kinder-Prinzenpaare, waren samt Hofstaat und Anhang der Einladung vom Gastgeber, dem Festausschuss Marburger Karneval (FMK), gefolgt. Damit erzielten die Marburger Narren einen neuen Rekord und stießen fast schon an ihre Kapazitätsgrenze. „Wir sind total überwältigt von so ­vielen Gästen – es ist schön zu sehen, dass unsere Fastnacht-Familie immer größer wird“, lobte Prinz Markus.

Die närrischen Paare hatten sich ordentlich ­herausgeputzt. Allerorts leuchteten bunt glitzernde Damen und Herren in strammen Garde­uniformen mit den farbenfrohen Tanzgarden um die Wette. Einen besonders taktvollen Auftritt hatte die preisgekrönte Kapelle des Fanfarenzugs Hansa Gießen. Verteilt im gesamten Saal demonstrierte die zackige Truppe mit Pauken und Trompeten ihre musikalische Kunst und erntete lauten Jubel.

Ein- und Ausmärsche, akrobatische Tanzeinlagen und humorvolle Anekdoten folgten auf dem Fuße. Ernsthafte Brauchtumspflege und harmlose Albernheiten gehen in der traditionsreichen Karnevalsgesellschaft eben Hand in Hand. „Wir sind eine närrische, etwas verrückte Familie, aber so muss es im Karneval auch sein“, lobte FMK-Präsident Markus Braun, der durch das bunte Programm führte.

Das ließ kaum ein Narrenherz unberührt und sorgte für eine abwechslungsreiche Unterhaltungsshow. Anhaltende Lachsalven im Saal erzeugte vor allem Bauchredner Tim Becker, der sich humorvoll mal mit einem sprechenden Donut, mal mit einem narzisstischen ­Pony oder einem äußerst mies gelaunten Kaninchen angeregt unterhielt. Den Narren gefiel das ausnehmend gut, am Ende kringelte sich die gesamte Festgesellschaft vor Lachen.

Mit Schunkelrunden und Schautanz-Einlagen feierten rund 230 Narren aus Hessen das närrische Aufeinandertreffen der Prinzenpaare ausgelassen und ließen sich zum krönenden Abschluss zum Essen geleiten.
Große Euphorie herrschte auf Seiten der Organisatoren: „Es war eine super tolle Stimmung, alle sind zufrieden und wir total begeistert“, lautete das zufriedene Resümee vom Vereinschef Markus Braun.

Die Faschings-Gala nutzte der Fanfarenzug Hansa für eine besondere Ehrung: für 55 Jahre „aktive, musikalische Lebenserfahrung“ wurde die Vereinsvorsitzende Sylvia Löffert geehrt und mit Orden und Geschenken überhäuft.

 

Quelle: OP Marburg